Wo ist die Liebe?

LiebesKind, wo ist die Liebe?

Wo ist die Liebe, an einem düsteren, schweren Novembertag, an dem es gar nicht richtig hell werden will?

Wo ist die Liebe, wenn mal alles schief läuft, irgendwie alles runterfällt, nichts funktioniert, alles schwer fällt?

Wo ist die Liebe, wenn die ToDo-Liste immer länger wird, sich die Wäsche und das Geschirr stapelt und nichts voran geht? Immer nur noch Neues dazu kommt …

Wo ist die Liebe, wenn ich nach einem langen Arbeitstag, viel zu spät, müde, mit schweren Beinen und schmerzendem Kopf nach Hause komme?

LiebesKind, wo ist die Liebe, wenn ich Dich gar nicht verstehe? Du ganz unzufrieden bist, weil Du mir nicht klar machen kannst, was Du gerade brauchst? Wenn ich Dich gar nicht verstehe, weil meine Gedanken irgendwo ganz anders sind …

Es gibt Tage, das fühlt es sich ein wenig an, als hätte sie sich versteckt …

oder hat sie uns verlassen?

 

Nein,

sie blitzt auf*

in kleinen Wohltu- und Wohlfühl-Ideen, wie gemeinsam die Enten füttern zu gehen, oder gemeinsam warmen Kakao zu trinken oder auf dem Sofa kuschelnd Bilderbücher anzusehen.

Sie strahlt*

plötzlich aus dem lachenden Kindergesicht. Sie leuchtet, hell und klar*

Sie glitzert* und strahlt*

in der Kerze, die in der selbst gebastelten Sankt-Martins-Laterne auf dem Tisch brennt und hinter den Kisten für Weihnachtsdekoration. Im Familien-Adventskalender der fast schon gefüllt ist. In der Vorfreude auf bessere Tage

Sie funkelt*

beim gemeinsamen Plätzchen backen – auch wenn wieder einiges daneben geht 🙂

Sie strahlt*

in einem friedlichen Kindergesicht, das nach einem langen anstrengenden Tag selig eingeschlafen ist

 

LiebesKind, wo ist die Liebe?

 

Sie ist immer bei uns, wir vergessen sie nur manchmal.

Wir müssen uns nur an sie erinnern und schon ist sie da

mitten unter uns,

einfach so

in allen Farben,

blitzt, strahlt und funkelt sie,

 sie leuchtet so hell sie kann!

 

Das Leben ist die Liebe, ist das Leben, ist die Liebe, ist das Leben, ist die Liebe, ist das Leben, ist die Liebe, ist das Leben, ist die Liebe, ist das Leben, ist die Liebe, ist das Leben,

 ist die Liebe*

zornig

Heute Abend hatte ich den Eindruck unser LiebesKind ist wegen allem zornig. Es wollte mit Wasser spielen, als wir das Wasser abdrehten quitschte es. Ich beschloss mit dem LiebenKind zu duschen, dann könne es noch etwas mit Wasser spielen und nötig wäre es auch mal wieder 🙂

Es ging solange gut, solange das LiebeKind den Duschkopf halten durfte, sein Wasserrad übergießen und den Wasserstrahl befühlen durfte. Als ich das Wasser abdrehte, weinte das LiebeKind und zeigte deutlich, wie zornig es darüber war. Beim Föhnen wollte es selbst föhnen. Schrie und schimpfte als wir fertig mit föhnen und abtrocknen waren und es den Föhn zurück lassen sollte. Es lies sich kaum beruhigen.

Mein Gedanke war: So zornig habe ich es schon lange nicht mehr erlebt … ich überlegte: Kann es an neuen Zähnen liegen, die schmerzend durchbrechen? Sind wir vielleicht gerade bei einem Wachstumsschub, der dem LiebenKind zu schaffen macht? Was könnte es noch sein?

Da wir noch etwas Zeit vorm Schlafen hatten, nahm ich es noch mit ins Wohnzimmer um zu sehen, was es gerne spielen würde. Das LiebeKind wollte mir gar nicht von der Seite weichen. Ich überlegte wieder: Woran könnte das liegen?

Ich beschloss mit dem LiebenKind ein paar Lieblingsbilderbücher anzusehen. Und da kuschelte es sich zufrieden an mich. Wir nahmen die Bücher mit nach oben und schauten uns im Bett noch ein paar Bilder an. Das LiebeKind genoss richtig die Nähe. Und dann endlich habe ich verstanden …

… ich war heute den ganzen Tag arbeiten. Das LiebeKind hatte einen für ihn völlig unerwarteten Tagesablauf. Seine Mama war schon nicht mehr da, als es aufwachte. Das Frühstück war anders als sonst. Der Morgen war vermutlich hektischer, als an Tagen, an denen wir mehr Zeit haben. Es hat sicher viele schöne Dinge erlebt, aber der Tag war einfach anders, als Tage die wir zusammen haben …

das LiebeKind war gar nicht nur zornig

es war müde, schmusebedürftig,

brauchte Nähe,

wollte ein wenig Sicherheit,

sich von dem ungewohnten Tag erholen,

ankommen, angenommen werden, gesehen werden,

Sicherheit und Liebe spüren.

Es holte sich am Ende selbst seinen Schlafsack und wirkte fast erleichtert, dass es noch etwas mehr Nähe bekam, bevor es einschlief*

Ich wünschte, ich würde an solchen Tagen, in solchen Situationen nicht als erstes das anstrengende Gefühl sehen – zornig – sondern würde schneller erkennen, dass das LiebeKind einen Grund hat, ein Bedürfnis hat, dass vielleicht ganz leicht und einfach zu stillen ist … und sich für uns beide richtig und gut anfühlt*