StilleN

Beim StilleN hilft Stille – bei uns war es zumindest so. Vielleicht lag es daran, dass um uns herum von Anfang an immer viel los war, vielleicht lag es auch daran, dass ich mich wohler gefühlt habe, vielleicht ist es einfach aber auch nur eine schön, besondere Zeit zwischen meinem LiebenKind und mir.

Unsere Stillgeschichte begann nicht so einfach, darüber könnte ich einen weiteren Beitrag schreiben, aber auch als alles gut funktionierte, waren die stillen Stillmomente die schönsten.

Vielleicht steckt es ja auch schon im Wort: Stille n. StilleN kommt vielleicht auch nicht nur von Hunger stillen, Durst stillen. Vielleicht ist das StilleN ein stiller Moment zwischen Mutter und Kind.

Ich habe mir zuvor nicht zu große Gedanken darüber gemacht, wir haben im Geburtsvorbereitungskurs darüber gesprochen und ich hatte ein paar Ratgeber angelesen. Meine Meinung war, StilleN ist etwas ganz natürliches, was bei jeder Mutter und jedem Baby ganz automatisch dazugehört. Ich war auch davon überzeugt, dass man eigentlich jederzeit und überall Stillen könne. Hat es nicht die Natur so eingerichtet, dass ich mein Baby jederzeit und überall sofort stillen kann, wenn es weint und Nahrung und Nähe braucht? Vielleicht kommt das Wort auch von „Das Weinen des Babys stillen?“

Während und nach unserer schwierigen Anfangsgeschichte las ich immer mehr über StilleN. Es tat sich eine völlig neue Welt auf, eine Welt über und um das Stillen, welche ich bisher nicht für möglich gehalten hätte. So viele Meinungen, die auch völlig fern von „Stillen sei natürlich“ sind. Ich las über Frauen, die aus Restaurants und öffentlichen Verkehrsmitteln verwiesen wurden, weil sie ihre Babys stillten. Ich las von Frauen, die dafür kämpfen, dass das Stillen in der Öffentlichkeit genauso akzeptiert wird, wie die nackten Brüste auf dem Werbeplakat. Ich las von entrüsteten Passanten und Kunden, die sich durch eine stillende Frau belästigt fühlten … all das hatte nicht mehr viel mit Stille und Stillen zu tun.

Meine Unsicherheit wuchs … konnte man wirklich jemanden damit „beleidigen“. wenn man den Hunger und Durst des eigenen Kindes stillte? Was für eine seltsame Welt …

Und das seltsame daran war, obwohl ich genau wusste, das es das „Natürlichste auf der Welt“ ist, fühlte ich mich plötzlich unsicher, hatte den Eindruck alle schauen auf mich, … vielleicht suchte ich deshalb eher stille Ort, um zu stillen. Auch das habe ich gelesen, Frauen wurden auf die Toilette verwiesen, um dort ihr Kind zu stillen – wie soll das gehen? Und was für ein Menschenbild?

Ich muss ganz klar sagen, ich hatte in meiner Umgebung nie Probleme. Ich habe oft zuvor gefragt, wenn ich in einem Restaurant oder einem öffentlichen Gebäude war und fast alle Menschen waren sehr offen und haben mir geholfen, sagten es sei gar kein Problem.

Unser LiebesKind hat natürlich auch die Unsicherheit gespürt und unsere stillen Orte waren für uns beide viel angenehmer. Wir haben versteckte Parkbänkchen gefunden, die Autorücksitze mit Sonnenblenden waren sehr angenehm, bei größeren Veranstaltungen die Räume oder Zelte der DRK und

für mich am schönsten der Platz zuhause, meist aufs Sofa gekuschelt.

Die Stille, das Stillen genießen.

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