Vertrauen

ist ein großes Wort, dachte ich. Vertrauen in mich, in meinen Gegenüber, Vertrauen in das Leben.

Seit das LiebeKind bei uns ist, begegnet es mir täglich.

Es begann schon damit, dass ich darin vertraute, dass bei der Geburt alles gut gehen wird. Man könnte auch meinen, in der Schwangerschaft hat man gute Verdrängungsmechanismen. Nein, die waren es nicht, ich habe immer, wenn mich die Angst davor überkam, darin vertraut, dass alles gut gehen wird. Es war ein Art von Urvertrauen, Geburten gehören zum Leben, sie sind natürlich und die Natur hat es genau richtig eingerichtet.

Nach der Geburt, als mir die große, verantwortungsvolle Aufgabe ein Kind groß zu ziehen, erst richtig bewusst wurde, musste ich in diesem Moment darauf vertrauen, dass auch das gut gehen wird.

Kurz nach der Geburt kam das Vertrauen darin,

dass das LiebeKind genug trinkt, es genug zunimmt, es ungehindert wachsen kann

dass wir vorsichtig genug mit diesem kleinen, zerbrechlichen Wesen umgehen,

dass es sich meldet, wenn ihm etwas fehlt,

dass es isst, wenn es Hunger hat, dass es schläft, wenn es müde ist,

dass es gesund ist, gesund bleibt, dass wir das Richige tun, wenn es krank wird oder ist,

dass es sich richtig entwickelt, das es zur richtigen Zeit die richtigen Dinge lernt,

dass ich erkenne, was es gerade braucht, was ihm fehlt, was ich für es tun kann …

Nach dem ein wenig Zeit mit dem LiebenKind vergangen ist, kommen neue Herausforderungen – wie weit kann ich dem LiebenKind vertrauen, dass es weiß, wie weit es gehen kann? Im wahrsten Sinnes des Wortes … lasse ich es seine ersten Krabbel-, Kletter- und Geh-versuche machen und schaffe ich es mich zurückzuhalten und zu vertrauen oder möchte ich ihm alles abnehmen und es vor Schaden bewahren? Bisher konnte ich dem LiebenKind oft vertrauen, wenn es neue Dinge erkundete, neue Wege gegangen ist. Es versucht jede Treppe hoch zu kommen, es versucht von seinem Sitz auf den Tisch zu klettern, es erkundet unsere Wohnung bis in den letzten Winkel, es erkundet Wege, Wiesen und Steine. Wir hatten bisher immer Glück bis auf ein paar wunde Knie und einer Beule ist noch nicht viel passiert.

Ich glaube auch daran, vertraue darin, dass unser LiebeKind, wenn es Dinge für sich versuchen, ausprobieren, entdecken, erkunden möchte, das auf seine Weise tut und dabei lernt, auf was es achten muss. Natürlich werden wir ihm Dinge erklären und zeigen müssen und es kann nicht alles ungehindert für sich entdecken, was zu gefährlich oder verletzend wäre.

Je größer das LiebeKind wird, umso schwieriger wird es vermutlich immer das richtige Maß an Vertrauen zu haben. Ich hoffe ich kann es mir so gut es geht bewahren.

Su Sann hat für mich ganz wunderbar ausgedrückt, wie ich es mir für mich und das LiebeKind wünsche:

Ich will für meine Kinder ein Hafen sein. Ein Seil was sie mit mir verbindet, sie Sicherheit und Geborgenheit nach einem Sturm bekommen, egal ob sie ein Segelschiff, Motorboot oder Dampfer sind, ich will sie nehmen und lieben wie sie sind, ich will ihnen Gelegenheit geben sich neu zu entdecken/entwickeln, ein neuer Lack oder ein schnellerer Motor. Ich bin gerne da, wenn sie ein Problem am Schiff/Boot haben, ich kann das mit ihnen reparieren. Ich möchte dieser Hafen sein, da ich mich bewusst für meine Kinder entschieden habe und gerne diese Verantwortung übernehme. Wenn ich meine Kinder diese Lebendigkeit ihrer Seelen (er)leben lasse, dann denke ich dass sie in ihrem Leben mit vielen Dingen zurechtkommen können. Immer häufiger fahren sie raus aufs mehr. Immer länger bleiben sie weg, doch ich bin IMMER da. Und irgendwann können sie selbst für andere ein Hafen sein…. so wie ich heute

Vertrauen ist immer noch ein großes Wort. Vertrauen in mich, in meinen Gegenüber, Vertrauen in das Leben.

Vertrauen in das LiebeKind*

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