Sicherheit

Mit Sicherheit wird in den nächsten Jahren viel passieren.

Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, gab es da zahlreiche aufgeschlagene Knie, mal ein blauer Fleck oder eine Beule. Im Kindergarten wollte ich in meinem Leben einmal einen Gips und eine Zahnspange. Als mich ein Kind fragte, ob am Arm oder am Bein meinte ich damals noch: „Am besten beides.“ … was man als Kind erleben möchte, ist nicht immer sehr angenehm, wenn es wirklich eintrifft. Ich bin in Glasscherben gefallen und hab ich mir einen Arm gebrochen (1. Gips). Etwas später im Sportunterricht habe ich mir die Bänder am Sprunggelenk gerissen (2. Gips). Die Zahnspange hatte ich auch, in allen Ausführungen.

Wenn ich darüber nachdenke, würde ich das dem LiebenKind am liebsten alles ersparen. Auch wenn es für mich alles zum Leben gehörte.

Wie kann ich mein LiebesKind davor bewahren?

Wir achten auf Sicherheit bei uns zuhause. Wir haben Absperrungen an den Treppe und eine Kindersicherung am Putzschrank. Wir haben eine Broschüre über mögliche Unfallgefahren und unser Herd hat eine Sicherung. Und trotzdem: Wenn dem LiebenKind bisher ein Missgeschick passierte, dann mit Sicherheit immer da, wo wir keine Sicherung angebracht haben.

Kann ich mein LiebesKind den überhaupt schützen? Wie weit? Wie weit ist sinnvoll? Und wovor kann ich es vielleicht gar nicht bewahren?

Darf ich es den Husten- und Schnupfenviren in der Krabbelgruppe aussetzen, oder bleiben wir lieber zuhause? Ich habe mich für die Krabbelgruppe entschieden, da sich das LiebeKind so gerne unter den andern Kindern aufhält, sie beobachtet, mit ihnen spielt. Leider haben wir auch den Schnupfen mit nach Hause genommen.

Vor der ersten Beule konnte ich es auch nicht bewahren, weil es unbedingt ausprobieren wollte, ob es unter dem Stuhl durchkommt.

Wir haben auch immer Sonnencreme in der Wickeltasche dabei, doch das LiebeKind hat sich trotz eincremen beim Familienausflug seinen ersten Sonnenbrand zu gezogen.

Zum Glück hatten wir bisher nur kleinere Blessuren, die mittlerweile alle wieder verheilt und auskuriert sind.

Im Moment kämpft das LiebeKind mit seinen Zähnen, die gerade durch das Zahnfleisch brechen. Ab und zu hat es ein paar Fieberschübe und bei jedem überlege ich, ob ein Fieberzäpfchen schon angebracht ist und seine Beschwerden lindern könnte.

Bisher war bei fast allem, was unserem LiebeKind passierte, gar nicht die richtige Medizin, dass was wirklich half. Meist war das Wichtigste eine ausgiebige Umarmung, das LiebeKind im Arm halten, es trösten, einfach fest halten, seinen Schmerz mit ihm aushalten, für es da sein. Sogar bei den Zähnen ist das die beste Medizin. So findet es auch in den erholsamen Schlaf.

Vor allen Gefahren werde ich das LiebeKind nicht bewahren können, auch wenn wir uns über Sicherheitsgefahren informieren und uns auf bestimmte Situationen vorbereiten. Es kann immer passieren, das wir eine Fehler machen, unaufmerksam sind oder das LiebeKind ganz anders reagiert, als wir dachten. Wenn das LiebeKind etwas größer ist, wird es noch schwieriger, immer alle Gefahren im Blick zu behalten. Oder das LiebeKind im Blick zu behalten. Irgendwann wird es seine ersten eigenen Wege gehen, ohne uns.

Ich hoffe wir haben das LiebeKind bis dahin ausreichend auf mögliche Gefahren hingewiesen und es sensibel für seine Sicherheit gemacht.

 

Ich wünsche mir, meiner Familie, allen Familien und Kindern möglichst viel Sicherheit

ich möchte aber auch in mein LiebesKind und das Leben vertrauen,
dass wir vor größeren Gefahren geschützt sind und bewahrt werden

ich wünsche mir, mein LiebesKind trotzdem möglichst viele Erfahrungen machen zu lassen, auch wenn damit die Gefahr wachsen kann –
aber nur mit Vertrauen und eigenen Erfahrungen kann das LiebeKind wachsen.

Ich hoffe, dass ich meinem LiebenKind immer mit einer Umarmung
über Blessuren hinweg helfen kann.

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