Rechtzeitig

Wir stehen zurzeit morgens recht zeitig auf – das heißt aber noch lange nicht, dass wir zu unserem Termin auch rechtzeitig kommen …

Das Wort rechtzeitig hat, seit das LiebeKind bei uns ist, eine völlig neue Bedeutung. Vielleicht sollte es wie die akademische Viertelstunde/das akademische Viertel auch eine „familiäre Viertelstunde“ oder besser gleich eine halbe Stunde geben!

Ich bin eigentlich ganz gerne pünktlich, meist sogar 5 oder 10 Minuten zu früh – früher! – heute?

Heute stehen wir recht zeitig auf, wir wickeln, wir frühstücken, räumen auf, wickeln eventuell nochmal, ich ziehe das LiebeKind an. Wir haben immer noch richtig viel Zeit, ich richte die Wickeltasche und lege das Vorsorgebuch und das Impfbuch dazu, da wir heute einen Kinderarzttermin haben. Der Kinderarzttermin lässt sich aber durch beliebige andere Termine ersetzen.

Wir haben immer noch viel Zeit, ich lasse das LiebeKind ein wenig spielen und beginne die Spülmaschine auszuräumen …

So langsam sollten wir los, aber es reicht eigentlich noch gut – ich suche Jacke und Schuhe vom LiebeKind und beginne es anzuziehen. Natürlich findet das LiebeKind es gar nicht gut, wenn es sein Spiel für Schuhe und vor allem Jacke unterbrechen soll. Es dauert etwas, langsam sollten wir wirklich los.

Da bemerke ich es … wir können noch nicht los, wir müssen nochmal wickeln …

Das gefällt dem LiebeKind überhaupt nicht, erst Jacke anziehen und jetzt alles wieder ausziehen? Ich lasse die Jacke an, es soll ja schnell gehen. Wie viel Uhr ist es eigentlich?

Das LiebeKind sträubt sich, es möchte lieber aufstehen, als eine neue Windel. Und es möchte lieber spielen als ruhig zu liegen oder stehen. Ich habe es fast geschafft! … Nein, wir brauchen wohl nochmal eine neue trockene Windel …

Ich mache alles sauber, schaue, welche Kleidungsstücke noch betroffen sind und wechsel sie. Bis das LiebeKind wieder komplett eingepackt und in die Schale gepackt ist, wird mir ziemlich warm.

Nebenher versuche ich zu ignorieren, wie spät es auf der Wanduhr ist. Lässt sich aber doch nicht vermeiden – 5 Minuten – Hinfahren, Parkplatz finden, Parkkarte lösen, Kind ausladen, nichts im Auto liegen lassen – wie soll das gehen?… erst Mal ruhig bleiben, sonst kann ich mich nicht aufs Fahren konzentrieren und dann wird es noch später …

Wir kommen rechtzeitig innerhalb der „familiären halben Stunde“, ernten ein wissendes Lächeln auf meine gemurmelte Entschuldigung und werden zum Glück nicht gleich wieder heim geschickt.

Vielleicht sollte es wie die akademische Viertelstunde/das akademische Viertel auch eine „familiäre Viertelstunde“ oder besser gleich eine halbe Stunde geben!

 

DUDEN: http://www.duden.de/rechtschreibung/Viertel_Stadtteil_Anteil_Bruchteil

vierter Teil einer Menge, Strecke

Beispiele

  • das akademische Viertel (Viertelstunde, um die eine akademische Veranstaltung später als angegeben beginnt)

 

Wenn wir allerdings keinen Termin haben, oder zum Beispiel ab einer bestimmten Zeit eingeladen sind, dann klappt alles wie am Schnürchen, das LiebeKind lässt sich irgendwie leichter anziehen – oder bilde ich mir das nur ein? – ich vergesse nichts, wir kommen rechtzeitig los und wir sind rechtzeitig da!

Vielleicht liegt es auch nur an meiner Einstellung: Bin ich entspannt, ist auch mein LiebesKind entspannt? – Ich kann es leider nicht sagen und hoffe weiter auf eine „familiäre Viertelstunde“ oder besser gleich eine halbe Stunde bei allen offiziellen Terminen 🙂

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