Mein

Mein LiebesKind, mein Kind klingt schön, aber ich benutze das Wort mein nicht so gerne … warum? Mein Sohn, meine Tochter – hört sich an, als würde mir das Kind gehören.

Mein ist ein Possessivpronomen, ein besitzanzeigendes Fürwort – mein LiebesKind ist nicht mein Besitz, es ist kein Gegenstand und ich kann nicht über es bestimmen, wie ich gerade möchte. Manchmal denke ich ja, ich könnte es 🙂 aber das LiebeKind zeigt mir, ob es dasselbe möchte wie ich, oder nicht.

In manchen Momenten ist es mir ganz klar: Die Zeit mit meinem LiebeKind ist nur geliehen … Jetzt zählt der Moment. Das LiebeKind wird größer und selbstständiger und mit jedem Entwicklungsschritt benötigt es weniger Hilfe. Irgendwann wird es auf eigenen Füßen stehen und seinen Weg gehen, den es für richtig hält, der für ihn der richtige ist. Ich kann ihm nur dabei helfen immer wieder auf die Füße zu kommen und zu gehen, weiter zu gehen.

Die Zeit, die wir jetzt haben ist ein Geschenk, das aber nicht in die Ecke gelegt werden kann – bis mehr Zeit ist, bis alles erledigt ist, bis endlich genug Zeit ist – dann ist die Zeit verstrichen und das LiebeKind wird seine Zeit nutzen, wie es möchte, es wird eigene Termine haben und eigene Dinge, die erledigt werden sollten. Die wertvolle Zeit ist jetzt.

Mein LiebesKind wird immer mein LiebesKind bleiben und ich wünsche, dass ich wirklich immer für es da sein kann, wenn es das LiebeKind braucht, möchte oder es notwendig ist. Aber ich weiß nicht, was die Zeit bringen wird und ich weiß nicht, was das LiebeKind für sich möchte.

Die Zeit, die wir jetzt zusammen verbringen, die ist wertvoll – auch wenn wir gerade „nur“ die nächste Windel wechseln oder zusammen den Boden nach dem Essen sauber machen.

Meine Zeit ist auch nicht mein Besitz, nur wenn ich sie nützen kann – lasse ich sie verstreichen, wird sie nie wieder kommen.

Meine Zeit kann ich meinem LiebeKind schenken, solange es das möchte und ich werde als Geschenk unglaublich viele wunderschöne Erinnerungen bekommen, die die Zeit überdauern werden. Und wenn ich ein wenig Glück habe, wird mein LiebeKind es auch einmal so sehen.

Mein zeigt nicht nur den Besitz an, es hat eine viel schönere Seite: Es zeigt auch eine Zugehörigkeit an. Zugehören, dazu gehören, zusammen gehören – zu mir, zu uns gehören – das fühlt sich viel schöner an J Es wäre schön, würde sich unser LiebesKind immer zugehörig zu uns fühlen, hier immer offenen Arme und ein offenes Ohr finden, sich geborgen fühlen. Auch in Zeiten in denen es mal stürmisch wird, es seinen Weg vielleicht weit weg von uns gegangen ist, immer wieder nach Hause finden zu seinen Eltern. Um aufzutanken, sich zugehörig fühlen, sich zu Hause fühlen.

Mein LiebesKind – vielleicht sollte ich dieses Wort doch mal öfter und ganz bewusst benutzen*

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