KreisLaufen

An manchen Tagen laufe ich nur im Kreis – zumindest fühlt es sich so an.

Morgens aufstehen – LiebesKind wickeln – Frühstück machen – LiebesKind beim Essen helfen – feststellen, das ich meinen Kaffee in der Küche stehen lassen hab – weiter füttern – Kaffee holen, dabei auf den Kalender sehen – LiebesKind wickeln, umziehen – Wäsche beiseite legen – LiebesKind bei seinen Spielsachen absetzen – Waschmaschine füllen, anschalten – Spülmaschine ausräumen – LiebesKind davon abhalten in die Spülmaschine zu krabbeln – Spülmaschine weiter ausräumen, Spülmaschine einräumen – Tisch abwischen – Boden kehren/wischen, LiebesKind davon abhalten in die Kehrschaufel zu krabbeln, Kehrschaufel leeren – kurz hinsetzen und kalten Kaffee leertrinken – Tasse in die Spülmaschine einräumen und Spülmaschine anschalten – LiebesKind davon abhalten in die Erde im Blumentopf der Palme zu greifen – LiebemKind die Jacke anziehen, feststellen, das wir nochmal wickeln müssen, Jacke anlassen, ausziehen, wickeln, alles wieder anziehen – Müll zum runtertragen verknoten und bereitlegen – vor der Tür feststellen, das ich die Wickeltasche oben vergessen habe —–

das Leben fühlt sich an wie eine Endlos-Schleife – habe ich das nicht gestern auch schon alles gemacht? Wie jeden Tag? Wird das jetzt immer so bleiben? Immer dasselbe dasselbe dasselbe …

HaltHalte an – Stopp

Ist das wirklich so?

Hat uns heute nicht seit langem mal wieder die Sonne geweckt? * Das LiebeKind hat heute besonders lange und am Stück geschlafen * Beim Wickeln ging nichts daneben * Zum Frühstück habe ich noch ein letztes LieblingsKuchenStück von gestern entdeckt * Im Kalender stand heute Krabbelgruppe: Das LiebeKind kann mit viele LiebenKindern spielen, beobachten, was die anderen machen und können, hat viel mehr Platz, andere, spannende Spielsachen, strahlt ein klein wenig mehr * ich kann mich unterhalten, austauschen, feststellen, das es allen so oder so ähnlich geht * fühle Halt, fühle mich weniger alleine im KreisLaufen

Ich sollte öfter Halt suchen, anhalten, einen Halt in mein Leben einbauen, in den KreisLauf einbauen.

Halt könnte auch sein, das LiebeKind zu schnappen und raus in die Sonne, auf einen neuen Spielplatz bei dem wir noch nicht waren. Raus in die Stadt und vielleicht das erste Eis probieren. Raus um ein paar Freunde zu besuchen oder einfach nur eine Runde in der Sonne zu drehen und einen Blumenstrauß mit nach Hause bringen. Eine gute Freundin besuchen oder sie zum Besuch einladen. Oder an Regentagen mal alles stehen und liegen lassen und sehen, was das LiebeKind gerade zeigen, spielen, sagen, fühlen möchte. Das LiebeKind halten.

Um das Wortspiel noch weiterzuspielen: Vielleicht sollten wir öfter unseren liebenswerten Gegenüber einfach mal halten, in den Arm nehmen und ihn vielleicht aus seinem KreisLauf anhalten.

Ein Halt tut gut, nicht nur gehalten werden, sondern anhalten, auch wenn vor meinem inneren Auge der Kreislauf weiterläuft – anhalten, sehen was wirklich war und ist – anhalten, innehalten, nicht aushalten, sondern sich gehalten fühlen, wieder bei sich sein, ein kleines Stück aus dem Kreis ausbrechen und anders weitergehen.

 

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